Jugendfreizeit-
und Beratungszentrum
KAP

Ev.Luth.Auferstehungs- Kirchengemeinde Lohbrügge

Kurt-Adams-Platz 9
21031 Hamburg
040/51327220
kap@Bergedorf.de

Konzept:

 

1. Soziale Bedingungen

 

Lohbrügge-Nord entstand  Ende der sechziger Jahre und hat noch heute mit typischen Problemen einer Neubausiedlung zu kämpfen: hohe Bevölkerungsdichte und einseitige Bevölkerungsstruktur, wenig Freizeitmöglichkeiten usw. Im Laufe der Jahre kristallisierten sich die verschiedensten Problemlagen heraus, wie wachsende Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt in den Familien, Identitätsprobleme, Isolation, Perspektivlosigkeit, hoher Migrantenanteil etc.

Für Jugendliche und Jungerwachsene ergeben sich Probleme, wie:

 

Kleinkriminalität,

Drogen- und Alkoholmissbrauch,

Schulversagen und –verweigerung,

Schwierigkeiten bei der Ausbildungsplatzsuche,

Beziehungs- und Familienstress,

Gewalttätige Auseinandersetzungen.

 

Aus dieser sozialen Situation des Stadtteils heraus und insbesondere durch den diakonischen Anspruch der Kirchengemeinde begründet sich die Ausrichtung unserer Arbeit.

 

 

2. Zielgruppen und Zielsetzungen

 

Die Hauptzielgruppe unserer Einrichtung sind sog. ‚benachteiligte und gefährdete‘ Jugendliche und Jungerwachsene verschiedener Nationalitäten im Alter von 12 bis ca. 25 Jahren.

 

Unsere Arbeit setzt im offenen Freizeitbereich an. Wir bieten einen täglichen offenen Treffpunkt mit Interessenangeboten und Freizeitaktionen, organisieren mit den Jugendlichen zusammen Turniere usw.

 

So wollen wir positive Erfahrungen ermöglichen, bei denen die Stärken der Jugendlichen zur Geltung kommen und gegenseitiges Vertrauen entsteht.

 

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Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Jugendlichen mit ihren Lebenswelten, in denen sie sich befinden. Die Jugendlichen mit ihren speziellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Problemen sind

ausschlaggebend für die Durchführung unserer Arbeit, um deren individuelle Lebenssituation zu verbessern.

 

Dabei sind folgende Ziele besonders wichtig:

 

Ermöglichung eines reflektierten Umgangs mit geschlechtsspezifischem Rollenverhalten,

Förderung des Kennenlernens und Akzeptierens verschiedener Kulturen und Nationalitäten,

Integration von Jugendlichen mit Behinderungen,

Förderung von Eigenverantwortlichkeit,

Sucht- und Gewaltprävention durch Auseinandersetzung mit kriminellen Verhaltensweisen und verschiedener Suchtproblematiken,

Hilfe zur Selbsthilfe durch Aufzeigen von weiterführenden Angeboten und Hilfsmöglichkeiten,

Schon- und Schutzraum bieten,

Im Beratungsbereich akute Kriseninterventionen,

sowie Stabilisierung und Verbesserung der Lebenssituation der Jugendlichen in Familie, Schule und Beruf.

 

 

 

3. Angebotsstruktur

 

3.1. Offene Arbeit

 

Für unsere offene Arbeit stehen ein 160 qm großer Raum sowie eine Teestube zur Verfügung. Hier können die Jugendlichen sich treffen, Tischfußball, Billard und Tischtennis spielen, Musik hören usw. Es besteht die Möglichkeit für Gespräche, Kontaktaufnahme, Essen, Entspannung, Eigeninitiative und vieles mehr.

Unsere offene Arbeit dient einerseits als Schon- und Schutzraum für die Jugendlichen, der ihnen Sicherheit bietet und eine Art von Zuhause darstellt, wo sich die Besucherinnen und Besucher wohl fühlen können. Andererseits haben sie hier die Möglichkeit, sich sowohl mit uns und anderen als auch in der Gruppe auseinander zu setzen (Konfliktraum).

 

 

3.2. Halboffene Arbeit

 

Zu dieser Arbeit gehören die Bereiche Mädchen- und Jungenarbeit, die Arbeit mit jüngeren Jugendlichen, die Jungerwachsenenarbeit, das Internetcafé und das Sportangebot.

 

 

3.2.1. Mädchenarbeit

 

Nach wie vor ist Jugendarbeit vornehmlich Jungenarbeit. Damit Mädchen ihre Interessen verwirklichen können, achten wir besonders auf die Mädchen und ihre Bedürfnisse im offenen Betrieb. Dabei bieten wir Mädchen die Möglichkeit, sich ohne kritische Blicke der Jungen an

 

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unseren offenen Freizeitmöglichkeiten zu probieren, z. B. Playstation Singstar, indem wir nach Bedarf die Teestube nur für Mädchen öffnen.

Außerdem organisieren wir die Berufsfindungstage für Mädchen mit, die jedes Jahr vom Bergedorfer Mädchen- und Frauenarbeitskreis durchgeführt werden und jedes zweite Jahr in den Räumen des Jugendzentrums und der Auferstehungskirchengemeinde stattfinden.

 

 

3.2.2. Jungenarbeit

 

Im Bereich der Jungenarbeit besteht u. a. am Freitagnachmittag eine offene Kochgruppe für Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren.

Dies ist ein Aufhänger, um in kleinerem Rahmen besser ins Gespräch zu kommen, aber auch Jungen an ‚mädchentypische Aufgaben’ heranzuführen.

 

 

3.2.3. Jungerwachsenenarbeit

 

Einmal wöchentlich am Mittwochabend ist die Einrichtung nur für Jungerwachsene geöffnet.

Hier wird den Älteren die Möglichkeit gegeben, sich unter sich zu treffen, so dass es für sie mehr Raum für Gespräche und ihre eigenen Interessen gibt. Außerdem besteht für Ehemalige die Möglichkeit, die Einrichtung einmal wieder aufzusuchen, ob mit einem bestimmten Anliegen oder nicht.

 

  

3.2.4 Internetcafé

 

Mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr gestalten wir ein Internetcafé. Die Jugendlichen können im Internet surfen, chatten usw.

Für diejenigen, die Bewerbungen schreiben möchten, Informationen zu Hausarbeiten oder Referaten suchen, stehen die Computer auch an allen anderen Tagen während der offenen Betriebe zur Verfügung, so dass sie bei Bedarf immer Zugriff haben.

 

 

3.2.5. Sport und Fitness

 

Um Selbstbewusstsein zu stärken und insbesondere Gewaltbereitschaft abzubauen, bieten wir Jugendlichen ab 16 Jahren mit Erlaubnis der Eltern die Möglichkeit, im Fitnessraum zu trainieren.

 

Am Mittwochabend gibt es ein Kickertraining, bei dem spezielle Fertigkeiten erlernt werden können. Darüber hinaus haben die Jüngeren die Möglichkeit, Tischtennis und Basketball zu spielen. Hierzu finden häufig kleinere Turniere statt.

 

Seit längerem befindet sich im Grünen Zentrum ein Kunstrasenplatz und ein Straßensozialarbeiter, der sowohl dort als auch in der Sporthalle für Jugendliche Sport anbietet. In Kooperation organisieren wir jährlich mehrere Soccer Turniere. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass alle Jugendlichen, die mitmachen möchten, dieses auch können, so dass eine alters- und nationalitätsübergreifende Veranstaltung entsteht.

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In Kooperation mit der Hip Hop Akademy Hamburg bieten wir dienstags ein Hip Hop Tanz-Angebot für Mädchen und Jungen an.

 

 

3.3. Gruppenarbeit / Interessengruppenarbeit

 

Unsere Interessengruppenarbeit richtet sich nach den Bedürfnissen der Jugendlichen. Diese Form der Gruppenarbeit verlangt ein hohes Maß an Flexibilität. So gibt es häufig kurzfristige

Gruppenarbeitsprojekte, wie z. B Graffiti, Filmen, Holz- und Malerarbeiten, aber auch längerfristige wie Tippkick, Kickern, Kochen etc., bei denen die eigenen Interessen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt sozialen Handelns gestellt werden.

 

 

3.4. Veranstaltungen

 

Über unsere täglichen Öffnungszeiten hinaus sieht unser Konzept regelmäßige Sonderveranstaltungen vor. Hierzu gehören Turniere und andere Feste (Sommerfest, Gemeindefest, Grillfest, Schulabschluss...).

Insbesondere in den Ferien ermöglichen wir den Jugendlichen Aktivitäten außerhalb der Einrichtung, wie z. B. Heidepark, Tennis oder Reiten.

 

 

3.5. Erlebnispädagogische Arbeit

 

Es findet jährlich mindestens eine Freizeitfahrt statt, um Jugendlichen, die nicht mit ihren Eltern in die Ferien fahren können, auch die Möglichkeit zu geben, mal aus dem Stadtteil herauszukommen und etwas anderes kennen zu lernen. Außerdem besteht hier die Chance, Beziehungen zu aktivieren und andere Jugendliche kennen zu lernen.

Aus pädagogischer Sicht ist der erlebnispädagogische Ansatz wesentlich, den wir durch Camping und den dort stattfindenden Aktivitäten erreichen wollen.

 

 

4. Beratung

 

4.1. Krisenintervention

 

Krisenintervention bedeutet, dass wir in Notsituationen sofort und unmittelbar unabhängig von bestimmten Beratungszeiten reagieren und beraten.

Wir haben es hier mit den vielfältigsten Problemen zu tun. So kommen z. B. Jugendliche zu uns, die Stress zu Hause oder in der Schule haben, die in Drogenproblematik oder Kleinkriminalität verwickelt sind etc.

Viele der Jugendlichen und Jungerwachsenen, die zu uns kommen, kennen wir, so dass wenig ‚Schwellenängste‘ bestehen. Es gibt aber auch einige, die einfach nur von anderen von unserer Einrichtung gehört haben und uns aufsuchen.

 

 

 

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4.2. Schülerhilfe und Job-Aktiv

 

Zweimal wöchentlich dienstags und donnerstags findet in unseren Räumen eine Lern- und Schularbeitenhilfe statt.

Die Schüler können direkt nach der Schule in unsere Einrichtung kommen, können bei Bedarf essen und dann mit Unterstützung einer Pädagogin ihre Schularbeiten erledigen, für Prüfungen und Klassenarbeiten lernen, Praktikumsberichte schreiben usw.

 

Darüber hinaus bieten wir für Jugendliche und Jungerwachsene bieten wir einmal wöchentlich eine Beratung bei der Ausbildungsplatzsuche an. Die Jugendlichen erhalten Unterstützung und Orientierungshilfen bei Bewerbungsschreiben, Praktikums-, Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche sowie bei der Berufswahl.

Dabei ist auch eine Stärkung der Motivation und des Selbstbewusstseins von großer Bedeutung.

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4.3. Langfristige Beratung und Begleitung

 

Ein weiterer Bereich ist die langfristige Beratung und Begleitung. Gerade in einem sozialen Umfeld wie Lohbrügge-Nord ist es für Jugendliche und Jungerwachsene nicht üblich, sich bei Problemen an entsprechende Stellen, wie Amt für soziale Dienste, Drogenberatung usw. zu wenden. Die Barrieren sind zu hoch.

Durch unsere kontinuierliche Arbeit über Monate und Jahre bauen wir eine Vertrauensbasis auf. Diese führt dazu, dass es Stück für Stück in kleinen Schritten möglich ist, zu z. B. Jugendlichen mit Drogen- oder Alkoholproblemen tragfähige Beziehungen aufzubauen, mit ihnen über Probleme zu reden und zu reflektieren und sie zu ermutigen, sich Hilfe zu holen.

Diese sehr langwierigen Prozesse der Auseinandersetzung mit Problemen erfordern von uns über Professionalität hinaus sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen in die Jugendlichen.

 

 

4.4. Familienberatung

 

Im Rahmen des SAE Projektes StabiLoh bieten wir gemeinsam mit dem Verein Hamburger Kinder- und Jugendhilfe, Leben mit Behinderung Hamburg und der Kita Wackelzahn jeden Montag eine offene, kostenfreie Sprechstunde zur Verbesserung der Familiensituation in unseren Räumen an.

Wie kann sich die Familie verändern, damit das Zusammenleben besser wird? Was kann getan werden, damit es weniger Streit gibt? Wie kann man Eltern sagen, dass es sich um ein echtes Problem handelt?

Wir helfen, gemeinsam Antworten auf diese oder ähnliche Fragen zu finden. Wir unterstützen Familien in allen Belangen, die den Kontakt zwischen Eltern und Kindern betreffen.

 

Hamburg, April 2011

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